WM 2026 Teams: Alle 48 Teilnehmer im Porträt

Flaggen der 48 WM 2026 Teilnehmerländer vor nordamerikanischer Stadionkulisse

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48 Mannschaften, sechs Kontinente, ein Ziel. Die WM 2026 bringt mehr Teams zusammen als je zuvor – und damit mehr Geschichten, mehr Hoffnungen, mehr Fußballkulturen. Als ich die finale Teilnehmerliste durchging, fiel mir auf: Dieses Turnier vereint Weltmeister und WM-Debütanten, Dynastien und Aufsteiger, Superstars und unbekannte Helden.

In diesem Artikel stelle ich alle 48 Teams vor – geordnet nach Konföderationen, aber mit Fokus auf das, was Wettenden wichtig ist: Kaderstärke, Turnierform, Schlüsselspieler und realistische Erwartungen. Nicht jedes Team kann gewinnen, aber jedes Team hat seine Geschichte.

Das erweiterte Format bedeutet: 16 Teams mehr als 2022, darunter einige Nationen, die zum ersten Mal oder nach langer Pause bei einer WM dabei sind. Curaçao, Haiti, Jordanien, Usbekistan – Namen, die vor wenigen Jahren niemand auf der WM-Bühne erwartet hätte. Diese Vielfalt macht das Turnier unberechenbarer und spannender.

Für österreichische Fans beginne ich mit den wichtigsten Teams: den Gegnern in Gruppe J, den Favoriten auf den Titel und schließlich unserem eigenen Nationalteam. Die Analyse jedes Teams berücksichtigt den aktuellen Kader, die Qualifikationsleistung und historische Turniermuster.

Die Verteilung der Teams nach Konföderationen spiegelt die globale Fußballentwicklung wider: Europa dominiert mit 16 Teams, Afrika und Asien holen mit je 8-9 Teams auf, Südamerika bleibt stabil mit 6 Teams, und CONCACAF profitiert von der Gastgeberrolle mit 8 Teams. Diese Verteilung wird die Gruppenkonstellationen und den Turnierverlauf prägen.

Europas Vertreter bei der WM

Europa schickt 16 Mannschaften zur WM 2026 – das größte Kontingent aller Konföderationen. Darunter sind die üblichen Verdächtigen und einige Überraschungen. Der alte Kontinent bleibt das Kraftzentrum des Weltfußballs.

Spanien reist als Topfavorit nach Nordamerika. Der EM-Titel 2024 hat eine ohnehin starke Mannschaft mit Selbstvertrauen ausgestattet. Der Kader kombiniert erfahrene Spieler wie Rodri und Carvajal mit der aufregendsten jungen Generation seit der Ära 2008-2012. Lamine Yamal wird bei dieser WM 18 Jahre alt – und könnte der Star des Turniers werden. Trainer Luis de la Fuente hat ein System etabliert, das sowohl Ballbesitz als auch schnelle Übergänge ermöglicht. In Gruppe H mit Uruguay, Saudi-Arabien und Kap Verde sollte Spanien problemlos Erster werden.

England trägt die Last von 60 Jahren ohne WM-Titel. Die Three Lions haben bei den letzten Turnieren regelmäßig Halbfinals erreicht – ohne den finalen Schritt zu machen. Der Kader ist phänomenal besetzt: Bellingham, Saka, Foden, Rice, Alexander-Arnold. Die Frage ist psychologisch: Kann diese Generation den Fluch brechen? In Gruppe L mit Kroatien, Ghana und Panama wird England getestet, aber sollte weiterkommen.

Frankreich bleibt ein Schwergewicht trotz des verlorenen Finales 2022. Kylian Mbappé führt die Équipe Tricolore an, auch wenn die goldene Generation um Griezmann und Lloris altert. Didier Deschamps ist ein Turniertrainer durch und durch – unter ihm hat Frankreich jeden großen Wettbewerb seit 2016 mindestens bis zum Finale erreicht. Gruppe I mit Senegal, Norwegen und Irak sollte machbar sein.

Deutschland will Wiedergutmachung nach zwei WM-Desastern. Julian Nagelsmann hat das Team stabilisiert und mit Florian Wirtz und Jamal Musiala zwei der aufregendsten Spieler Europas integriert. Die Defensive um Antonio Rüdiger und Jonathan Tah ist solide. In Gruppe E mit Elfenbeinküste, Ecuador und Curaçao wird Deutschland Favorit sein. Die Frage ist, wie weit der Weg in der K.O.-Phase führt.

Kaderanalyse der europäischen WM 2026 Teilnehmer

Die Niederlande unter neuem Trainer hoffen auf eine Rückkehr zu altem Glanz. Van Dijk, De Jong, Gakpo und der junge Xavi Simons bilden einen talentierten Kader. Historisch scheitern die Oranje oft in K.O.-Spielen, aber diese Generation könnte das Muster durchbrechen. Gruppe F mit Japan, Schweden und Tunesien ist anspruchsvoll.

Portugal erlebt den Generationswechsel nach Cristiano Ronaldo – ob er noch einmal dabei ist, bleibt offen. Rafael Leão, João Félix und Bruno Fernandes führen eine talentierte Mannschaft an. Der neue Trainer muss schnell ein System etablieren. In Gruppe K mit Kolumbien, DR Kongo und Usbekistan sollte Portugal weiterkommen.

Belgien steht vor dem Ende einer Ära. Die goldene Generation um De Bruyne, Lukaku und Courtois hat nie einen Titel gewonnen – die WM 2026 könnte die letzte Chance sein. In Gruppe G mit Iran, Ägypten und Neuseeland wird Belgien Favorit sein, aber die K.O.-Phase wird zeigen, ob die alte Garde noch einmal zuschlagen kann.

Kroatien hat bei den letzten drei Turnieren mindestens das Halbfinale erreicht – eine bemerkenswerte Konstanz für ein Land mit vier Millionen Einwohnern. Luka Modrić wird wahrscheinlich seine letzte WM spielen, und die Motivation eines Abschiedsgeschenks kann Berge versetzen. In Gruppe L mit England wartet ein harter Test.

Die Schweiz fliegt unter dem Radar, aber die Eidgenossen sind bei Turnieren immer gefährlich. Granit Xhaka führt ein erfahrenes Team an, das in der Gruppenphase selten scheitert. In Gruppe B mit Kanada, Katar und Bosnien sehe ich die Schweiz als Geheimfavorit auf Platz eins.

Österreich kehrt nach 28 Jahren zur WM zurück – ein historischer Moment. Ralf Rangnick hat ein System implementiert, das gegen jeden Gegner funktionieren kann. In Gruppe J mit Argentinien, Algerien und Jordanien ist der zweite Platz das realistische Ziel. Mehr dazu im separaten Österreich-Abschnitt.

Weitere europäische Teilnehmer: Schweden (erfahren, aber alternde Mannschaft), Tschechien (solide Qualifikation, begrenztes Potenzial), Bosnien-Herzegowina (talentierte Einzelspieler, wenig Turniererfahrung) und Schottland (enthusiastische Fans, limitierte Möglichkeiten in einer schweren Gruppe mit Brasilien).

Norwegen verdient besondere Erwähnung wegen Erling Haaland. Der beste Stürmer der Welt könnte sein erstes großes Turnier mit der Nationalmannschaft spielen. In Gruppe I mit Frankreich und Senegal wird es schwer, aber Haaland kann Spiele allein entscheiden. Die Frage ist, ob das Team um ihn herum stark genug ist.

Die europäischen Teams dominieren historisch die WM – acht der letzten elf Turniere wurden von europäischen Nationen gewonnen. Dieser Trend könnte sich fortsetzen, aber Südamerika und zunehmend Asien und Afrika fordern die Dominanz heraus.

Südamerikas Hoffnungen

Südamerika schickt sechs Teams zur WM – alle mit Geschichte, alle mit Ambitionen. Der Kontinent hat vier der letzten zehn Weltmeisterschaften gewonnen und bleibt das zweite Kraftzentrum des Fußballs.

Argentinien reist als Titelverteidiger an. Der WM-Sieg 2022 in Katar hat eine Generation gekrönt, die unter Lionel Scaloni zur besten Mannschaft des Kontinents wurde. Die Frage ist: Kann diese Mannschaft ohne den besten Messi gewinnen? Der Kapitän wird im Juni 2026 fast 39 sein, und seine Rolle wird sich verändern müssen. Gleichzeitig hat Argentinien mit Julián Álvarez, Enzo Fernández und Alexis Mac Allister Spieler, die auch ohne Messi Weltklasse sind. In Gruppe J mit Österreich, Algerien und Jordanien ist Argentinien klarer Favorit.

Brasilien sucht seit 2002 den sechsten WM-Titel. Die Seleção hat bei den letzten Turnieren regelmäßig enttäuscht – Viertelfinal-Aus gegen Belgien 2018, gegen Kroatien 2022. Vinícius Jr. führt eine talentierte, aber unausgeglichene Mannschaft an. Die Offensive ist Weltklasse mit Rodrygo, Endrick und Raphinha. Die Defensive und das Mittelfeld werfen Fragezeichen auf. Trainer Dorival Júnior hat wenig Turniererfahrung auf diesem Niveau. In Gruppe C mit Marokko, Schottland und Haiti sollte Brasilien dominieren – aber die K.O.-Phase ist unberechenbar.

Uruguay bleibt der ewige Underdog mit Überraschungspotenzial. Die Celeste hat bei Weltmeisterschaften immer über ihrem objektiven Kaderwert performt. Federico Valverde und Darwin Núñez führen eine neue Generation an, während Veteranen wie Luis Suárez möglicherweise ihre letzte WM spielen. In Gruppe H mit Spanien wird der zweite Platz das Ziel sein – realistisch und erreichbar.

Kolumbien könnte die Überraschung des Turniers werden. Luis Díaz ist in Europa zum Superstar gereift, James Rodríguez erlebt eine Renaissance, und die Mannschaft hat in der Qualifikation überzeugt. Trainer Néstor Lorenzo hat Stabilität gebracht. In Gruppe K mit Portugal wird um Platz eins gekämpft – Kolumbien hat Chancen.

Ecuador hat sich in der südamerikanischen Qualifikation behauptet – keine Selbstverständlichkeit angesichts der Konkurrenz. Die Mannschaft ist jung und kämpferisch, aber taktisch limitiert. In Gruppe E mit Deutschland wird das Achtelfinale das Maximum sein. Paraguay komplettiert die südamerikanische Delegation – ein Team mit großer Tradition, aber begrenzten Ressourcen in der aktuellen Generation.

Die südamerikanische Qualifikation ist die härteste der Welt. Zehn Teams spielen jeder gegen jeden, und nur sechs qualifizieren sich direkt. Diese Kampfhärtung gibt den südamerikanischen Teams einen Vorteil bei der WM – sie sind Drucksituationen gewohnt und haben gegen starke Gegner gespielt.

Das Fehlen von Chile bei dieser WM ist bemerkenswert. Die goldene Generation um Alexis Sánchez und Arturo Vidal, die zweimal die Copa América gewann, hat den Anschluss verpasst. Eine Mahnung, dass Erfolg nicht ewig währt und Generationswechsel schwierig sind.

Gastgeber und ihre Nachbarn

CONCACAF profitiert vom erweiterten Format und der Gastgeberrolle: Acht Teams aus Nord- und Zentralamerika sowie der Karibik sind dabei – so viele wie nie zuvor. Drei davon – USA, Mexiko, Kanada – sind Gastgeber.

Die USA spielen ihre Heim-WM mit einer Generation, die in Europa ausgebildet wurde. Christian Pulisic bei AC Milan, Weston McKennie bei Juventus, Tyler Adams, Gio Reyna, Yunus Musah – die talentierteste amerikanische Generation aller Zeiten. Der Heimvorteil bei einer WM ist statistisch signifikant, und die USA könnten ihn nutzen. In Gruppe D mit Türkei, Australien und Paraguay sind die USA Favorit. Ein Viertelfinale wäre ein Erfolg, ein Halbfinale eine Sensation.

Mexiko ist bei jeder WM dabei – dieses Mal als Mitgastgeber mit dem historischen Eröffnungsspiel im Estadio Azteca. El Tri hat seit 1986 kein WM-Viertelfinale mehr erreicht – der berüchtigte „quinto partido“-Fluch. Der Kader ist solide, aber nicht spektakulär. In Gruppe A mit Südkorea, Südafrika und Tschechien sollte Mexiko weiterkommen. Ob der Fluch gebrochen wird, ist eine andere Frage.

Kanada erlebt einen Fußball-Boom. Alphonso Davies, Jonathan David und Cyle Larin sind in Europas Topligen etabliert. Die erste WM-Teilnahme seit 1986 – und damals gewann Kanada kein Spiel – markiert einen Wendepunkt. Als Mitgastgeber in Gruppe B mit der Schweiz, Katar und Bosnien hat Kanada Chancen auf das Achtelfinale.

Die weiteren CONCACAF-Teams repräsentieren die Breite der Region: Panama (erfahrener WM-Teilnehmer, begrenztes Potenzial), Haiti (erstmals bei einer WM, enthusiastisch aber überfordert), Curaçao (Debütant aus der Karibik, hauptsächlich dabei, um die Erfahrung zu genießen) und Jamaika oder eine andere karibische Nation, die sich noch qualifizieren könnte.

Die CONCACAF-Qualifikation hat sich in den letzten Jahren professionalisiert. Die Region profitiert von der Nähe zur MLS und den europäischen Ligen, die immer mehr Spieler aus Nord- und Zentralamerika verpflichten. Das Niveau steigt, auch wenn die Lücke zu Europa und Südamerika noch besteht.

Der Heimvorteil für die drei Gastgeber sollte nicht unterschätzt werden. Die Fans werden die Stadien füllen, die Reisezeiten sind kurz, die Klimatisierung bekannt. Historisch performen Gastgebernationen bei WMs über ihrem objektiven Niveau – Südkorea 2002, Russland 2018 sind jüngste Beispiele. Für die USA, Mexiko und Kanada ist das eine Chance, Geschichte zu schreiben.

Afrikas Aufgebot

Afrika schickt neun Teams zur WM – mehr als je zuvor. Der Kontinent hat bei der WM 2022 mit Marokko Geschichte geschrieben und hofft, den Trend fortzusetzen.

Marokko ist nach dem Halbfinale 2022 kein Geheimtipp mehr. Die Löwen vom Atlas haben bewiesen, dass afrikanische Teams die Besten der Welt schlagen können. Trainer Walid Regragui ist geblieben, der Kader hat sich weiterentwickelt. Achraf Hakimi, Sofiane Boufal und die jüngere Generation um Azzedine Ounahi bilden ein gefährliches Team. In Gruppe C mit Brasilien wird um Platz zwei gekämpft – Marokko hat gute Chancen.

Senegal muss den Abgang von Sadio Mané verkraften, aber der Kader bleibt stark. Édouard Mendy, Kalidou Koulibaly und Ismaïla Sarr sind weiterhin da. Der Gewinn des Afrika-Cups 2022 hat Selbstvertrauen gegeben. In Gruppe I mit Frankreich wird der zweite Platz umkämpft sein – Norwegen mit Erling Haaland ist ein ernsthafter Konkurrent.

Algerien ist für österreichische Fans besonders relevant – als Gruppengegner in Gruppe J. Die Fennecs haben 2019 den Afrika-Cup gewonnen und besitzen einen technisch versierten Kader. Riyad Mahrez ist der Star, aber Spieler wie Ismaël Bennacer und Youcef Atal sind ebenfalls Klassse. Das Duell um Platz zwei gegen Österreich wird eng.

Elfenbeinküste hat beim Afrika-Cup 2024 als Gastgeber triumphiert und reist mit Selbstvertrauen zur WM. Franck Kessié und Nicolas Pépé führen eine talentierte Mannschaft an. In Gruppe E mit Deutschland ist das Achtelfinale möglich, wenn die Elefanten ihre Form halten.

Weitere afrikanische Teilnehmer: Ägypten (Mohamed Salah!), Südafrika (Heimspiel im Eröffnungsspiel), Ghana (erfahrener WM-Teilnehmer), DR Kongo (starke Qualifikation) und Tunesien (solider Turnierteilnehmer). Der afrikanische Fußball erlebt einen Aufstieg, und diese WM könnte ein weiterer Meilenstein sein.

Die CAF-Qualifikation war hart umkämpft. Große Namen wie Nigeria und Kamerun haben sich nicht qualifiziert – ein Zeichen dafür, wie eng die Spitze im afrikanischen Fußball zusammengerückt ist. Die Qualität der afrikanischen Spieler in Europas Topligen steigt kontinuierlich, und das spiegelt sich in den Nationalteams wider.

Ägypten verdient besondere Aufmerksamkeit wegen Mohamed Salah. Der Liverpool-Star ist einer der besten Spieler der Welt und könnte in Gruppe G mit Belgien, Iran und Neuseeland für Furore sorgen. Wenn Ägypten gut ins Turnier startet, ist das Achtelfinale möglich.

Asiens WM-Teilnehmer

Asien schickt acht Teams zur WM – darunter Mannschaften, die bei den letzten Turnieren für Aufsehen gesorgt haben. Japan, Südkorea und Saudi-Arabien haben bei der WM 2022 europäische Favoriten geschlagen. Die Frage ist: Können sie das wiederholen?

Japan ist die stärkste asiatische Mannschaft und ein ernstzunehmender Außenseiter. Die Samurai Blue haben bei der WM 2022 Deutschland und Spanien in der Gruppenphase besiegt – das war kein Zufall. Trainer Hajime Moriyasu hat ein System etabliert, das taktisch flexibel und physisch robust ist. Spieler wie Takefusa Kubo, Junya Ito und Kaoru Mitoma sind in Europas Topligen etabliert. In Gruppe F mit den Niederlanden, Schweden und Tunesien sehe ich Japan als Geheimfavorit auf Platz eins.

Übersicht der asiatischen WM 2026 Teilnehmer mit Schlüsselspielern

Südkorea bleibt eine Turniermannschaft. Die Taegeuk Warriors haben 2002 das Halbfinale erreicht und sind seitdem bei jeder WM dabei. Heung-min Son führt eine Mannschaft an, die kämpferisch und diszipliniert ist. In Gruppe A mit Mexiko werden Südkorea um Platz zwei konkurrieren – ein realistisches Ziel.

Saudi-Arabien hat bei der WM 2022 mit dem Sieg gegen Argentinien das Turnier eröffnet. Diese eine Stunde Euphorie endete in der Gruppenphase, aber die Erinnerung bleibt. Der Kader hat sich verjüngt, und die Ambitionen sind groß. In Gruppe H mit Spanien wird es schwer, aber Saudi-Arabien hat gezeigt, dass Überraschungen möglich sind.

Iran ist das erfahrenste asiatische Team bei Weltmeisterschaften – sechs Teilnahmen, aber noch nie über die Gruppenphase hinaus. Der Kader ist physisch stark und defensiv organisiert. In Gruppe G mit Belgien könnten die Iraner um Platz zwei kämpfen, wenn die politische Situation die Vorbereitung nicht beeinträchtigt.

Australien hat sich über den interkontinentalen Playoff qualifiziert und bringt Socceroos-Erfahrung mit. In Gruppe D mit den USA wird es ein Kampf ums Überleben. Weitere asiatische Teilnehmer: Katar (WM-Gastgeber 2022, aber schwache Leistung), Jordanien (Debütant, Gegner Österreichs), Usbekistan (erstmals bei einer WM) und Irak (zurück nach langer Abwesenheit).

Die asiatische Fußballentwicklung der letzten Jahre ist bemerkenswert. Japan, Südkorea und Australien haben Spieler in Europas Topligen etabliert. Saudi-Arabien investiert massiv in die heimische Liga und zieht Stars wie Cristiano Ronaldo und Neymar an. Diese Investitionen werden langfristig die Nationalteams stärken.

Der Zeitzonenvorteil könnte für asiatische Teams eine Rolle spielen. Die WM findet in Nordamerika statt, aber viele Spiele werden zu Zeiten angepfiffen, die für asiatische Fans besser passen als europäische. Die Unterstützung der Fans – auch virtuell – kann einen Unterschied machen.

China fehlt erneut bei einer WM – trotz massiver Investitionen in den Fußball. Die einzige WM-Teilnahme 2002 endete mit drei Niederlagen und null Toren. Das zeigt, wie schwer es ist, Fußballkultur zu kaufen statt zu entwickeln.

Ozeanien und die Debütanten

Neuseeland vertritt Ozeanien als einziger Teilnehmer des Kontinents. Die All Whites haben sich über einen langen Qualifikationsprozess durchgesetzt und spielen in Gruppe G mit Belgien, Iran und Ägypten. Die Erwartungen sind bescheiden – ein Punktgewinn wäre ein Erfolg, das Achtelfinale ein Wunder.

Diese WM bringt mehrere Debütanten auf die große Bühne: Curaçao aus der Karibik, Usbekistan aus Zentralasien, Jordanien aus dem Nahen Osten, Kap Verde aus dem Atlantik. Für diese Nationen ist die Teilnahme selbst der Sieg – alles andere ist Bonus.

Curaçao, eine kleine Insel in der Karibik mit 150.000 Einwohnern, hat sich über die CONCACAF-Qualifikation durchgekämpft. Der Kader besteht hauptsächlich aus Spielern mit niederländischen Wurzeln, die für die Heimat ihrer Eltern spielen. In Gruppe E mit Deutschland, Elfenbeinküste und Ecuador wird jedes Spiel ein Fest – aber wohl ohne Punktgewinn.

Jordanien erreichte 2024 das Finale des Asien-Cups und hat sich damit für die WM qualifiziert. Als Gegner Österreichs in Gruppe J ist das Team besonders relevant. Der jordanische Fußball hat sich in den letzten Jahren entwickelt, aber der Qualitätsunterschied zu den etablierten WM-Teilnehmern bleibt groß.

Diese Teams repräsentieren die globale Reichweite des Fußballs. Ihre Fans werden jubeln, ihre Spieler werden ihre Leben lang von dieser Erfahrung erzählen. Für Wetten sind sie selten relevant – aber für die Geschichte des Spiels sind sie unverzichtbar.

Das Format der WM 2026 gibt diesen kleineren Nationen mehr Chancen. Mit vier Teams pro Gruppe und den acht besten Gruppendritten im Achtelfinale ist ein Weiterkommen nicht ausgeschlossen. Ein Punktgewinn gegen einen Favoriten, der in einem anderen Spiel verliert – plötzlich werden mathematische Szenarien möglich, die früher undenkbar waren.

Die WM als Entwicklungsprojekt: Für Verbände wie Curaçao, Jordanien oder Usbekistan ist die Teilnahme eine Investition in die Zukunft. Die jungen Spieler sammeln Erfahrung auf höchstem Niveau, die Infrastruktur wird verbessert, und die Fußballkultur im Land wächst. Langfristig profitiert der globale Fußball von dieser Breitenentwicklung.

Mein Power-Ranking der 48 Teams

Rankings sind subjektiv – aber sie zwingen zur Klarheit. Hier meine Einschätzung aller 48 Teams, basierend auf Kaderstärke, Turnierform und taktischer Reife. Die Gruppen in Klammern geben Orientierung.

Tier 1 – Die Titelanwärter: Spanien (Gruppe H), England (Gruppe L), Frankreich (Gruppe I). Diese drei Teams haben die besten Chancen auf den Titel. Kaderstärke, Turniererfährung und taktische Systeme sprechen für sie.

Tier 2 – Ernsthafte Kandidaten: Argentinien (Gruppe J), Brasilien (Gruppe C), Deutschland (Gruppe E), Niederlande (Gruppe F). Diese Teams können jeden schlagen, haben aber Schwächen oder Fragezeichen, die den Titelgewinn unwahrscheinlicher machen.

Tier 3 – Viertelfinalpotenzial: Portugal (Gruppe K), Kroatien (Gruppe L), Belgien (Gruppe G), Uruguay (Gruppe H), Dänemark. Diese Mannschaften haben die Qualität für einen tiefen Turnierlauf, aber nicht die Konstanz der Top-Teams.

Tier 4 – Überraschungskandidaten: Japan (Gruppe F), USA (Gruppe D), Marokko (Gruppe C), Schweiz (Gruppe B), Kolumbien (Gruppe K), Österreich (Gruppe J). Hier liegt das größte Value-Potenzial für Wetten. Diese Teams können die Gruppenphase überstehen und im richtigen Moment zuschlagen.

Tier 5 – Achtelfinalisten: Senegal (Gruppe I), Elfenbeinküste (Gruppe E), Mexiko (Gruppe A), Südkorea (Gruppe A), Ecuador (Gruppe E), Türkei (Gruppe D), Australien (Gruppe D), Kanada (Gruppe B), Schweden (Gruppe F), Algerien (Gruppe J). Solide Teams, die weiterkommen können, aber wahrscheinlich in der K.O.-Phase ausscheiden.

Tier 6 – Gruppenphase: Norwegen (Gruppe I), Iran (Gruppe G), Ägypten (Gruppe G), Saudi-Arabien (Gruppe H), Ghana (Gruppe L), Tunesien (Gruppe F), Bosnien (Gruppe B), Tschechien (Gruppe A), Paraguay (Gruppe D), Panama (Gruppe L), DR Kongo (Gruppe K), Schottland (Gruppe C). Diese Teams können Punkte holen und Favoriten ärgern, aber das Achtelfinale wäre eine Überraschung.

Tier 7 – Außenseiter: Katar (Gruppe B), Südafrika (Gruppe A), Neuseeland (Gruppe G), Irak (Gruppe I), Jordanien (Gruppe J), Usbekistan (Gruppe K), Kap Verde (Gruppe H), Curaçao (Gruppe E), Haiti (Gruppe C). Die Underdogs des Turniers – hier geht es um die Erfahrung, nicht um Ergebnisse.

Dieses Ranking ist meine Einschätzung vor Turnierbeginn. Verletzungen, Formkurven und taktische Überraschungen können alles verändern. Die WM 2022 hat gezeigt: Niemand ist unbesiegbar, und jeder kann an einem guten Tag gewinnen.

Ein wichtiger Hinweis zum Ranking: Die Platzierung innerhalb eines Tiers ist weniger relevant als das Tier selbst. Der Unterschied zwischen Spanien und England in Tier 1 ist marginal – beide können das Turnier gewinnen. Der Unterschied zwischen Tier 1 und Tier 4 ist fundamental – dort liegen die klaren Außenseiter.

Für Wettende ist dieses Ranking ein Ausgangspunkt, aber kein Evangelium. Die Quoten reflektieren ähnliche Einschätzungen, aber nicht identische. Wo mein Ranking von den Marktquoten abweicht, liegt potenzieller Value. Ich sehe Japan höher als der Markt – das macht Japan zum interessanten Tipp.

Österreich – unser Team

28 Jahre Warten haben ein Ende. Österreich ist bei der WM 2026 dabei – zum ersten Mal seit Frankreich 1998, als Herbert Prohaska noch Trainer war und Toni Polster die Hoffnungen trug. Seitdem sind Generationen von Fußballfans aufgewachsen, die ihr Land nie bei einer WM gesehen haben.

Ralf Rangnick hat das Team transformiert. Der Deutsche übernahm eine Mannschaft ohne klare Identität und formte sie zu einem der interessantesten Projekte des europäischen Fußballs. Sein System basiert auf intensivem Pressing, schnellen Übergängen und kollektiver Arbeit. Es funktioniert nicht trotz, sondern wegen der Tatsache, dass Österreich keine Superstars hat.

Der Kader vereint Erfahrung und Jugend. David Alaba, falls er rechtzeitig von seiner Verletzung genesen ist, bringt Champions-League-Erfahrung auf höchstem Niveau. Marcel Sabitzer ist der Motor im Mittelfeld, Konrad Laimer die Lunge. Marko Arnautović – so kontrovers er sein mag – ist bei Turnieren ein Anführer, der Verantwortung übernimmt.

Die jüngere Generation macht Hoffnung. Christoph Baumgartner kann Spiele allein entscheiden, wie er bei der EM 2021 und 2024 bewiesen hat. Patrick Wimmer und Michael Gregoritsch bringen offensive Variabilität. Im Tor hat Österreich mit Patrick Pentz und Alexander Schlager solide Optionen.

Die Gruppenauslosung in Gruppe J ist herausfordernd, aber machbar. Argentinien als Gruppenkopf ist der klare Favorit. Algerien ist technisch stark und erfahren. Jordanien ist der Außenseiter, gegen den drei Punkte Pflicht sind. Das Ziel muss Platz zwei sein – hinter Argentinien, vor Algerien.

Der Spielplan begünstigt Österreich. Das Auftaktspiel gegen Jordanien am 16. Juni in Santa Clara sollte gewonnen werden – ein Start mit drei Punkten nimmt den Druck. Das Duell mit Argentinien am 22. Juni in Dallas ist das Highlight, aber kein Muss-Sieg. Entscheidend wird das dritte Gruppenspiel gegen Algerien am 27. Juni in Kansas City.

Meine realistische Erwartung: Österreich wird Gruppenzweiter und erreicht das Achtelfinale. Dort wartet wahrscheinlich ein Gruppensieger aus Gruppe F oder G – möglicherweise die Niederlande oder Belgien. Ein schwieriges Los, aber nicht unmöglich. Das Viertelfinale wäre ein historischer Erfolg, das Halbfinale ein Wunder.

Was mich optimistisch stimmt: Rangnicks System funktioniert gegen jeden Gegner, die Spieler haben nichts zu verlieren, und die Motivation nach 28 Jahren Wartezeit ist immens. Diese WM wird ein Fest für österreichische Fans – egal wie weit das Team kommt.

Die Stimmung im Land ist anders als vor früheren Turnieren. Bei den EMs 2016, 2021 und 2024 waren die Erwartungen hoch, manchmal zu hoch. Bei dieser WM ist allein die Teilnahme ein Erfolg. Dieser druckfreie Rahmen kann das Team beflügeln. Die Spieler können befreit aufspielen, ohne die Last überzogener Erwartungen.

Für detailliertere Analysen zu Österreichs Gegnern und den anderen Gruppen empfehle ich den separaten Artikel zu den WM 2026 Gruppen. Dort findest du tiefgehende Analysen jeder Gruppenphase-Konstellation und meine Prognosen für die Weiterkommen-Szenarien.

Die WM 2026 wird für Österreich ein Meilenstein sein – unabhängig vom sportlichen Ergebnis. Eine neue Generation von Fans wird ihr Land bei einer WM sehen, vielleicht zum ersten Mal. Diese emotionale Bindung ist unbezahlbar und wird den österreichischen Fußball auf Jahre hinaus prägen.

Meine persönliche Hoffnung: Ein Achtelfinale mit einem engen Spiel, das Österreich vielleicht sogar gewinnt. Ein Viertelfinale gegen einen Goliath, in dem wir alles geben. Und egal wie es endet – die Gewissheit, dass wir wieder da sind, wo wir hingehören: bei einer Weltmeisterschaft.

Wie viele Teams spielen bei der WM 2026?

48 Teams nehmen an der WM 2026 teil – 16 mehr als bei den vorherigen Turnieren. Das neue Format bringt mehr Vielfalt und mehr Überraschungspotenzial. Aus Europa kommen 16 Teams, aus Afrika 9, aus Asien 8, aus Südamerika 6, aus CONCACAF 8 und aus Ozeanien 1.

In welcher Gruppe spielt Österreich bei der WM 2026?

Österreich spielt in Gruppe J zusammen mit Argentinien, Algerien und Jordanien. Das Auftaktspiel gegen Jordanien findet am 16. Juni in Santa Clara statt. Das Duell mit dem Titelverteidiger Argentinien folgt am 22. Juni in Dallas.

Welche Teams sind die Favoriten der WM 2026?

Spanien führt die Favoritenliste an, gefolgt von England, Frankreich, Argentinien, Brasilien und Deutschland. Geheimfavoriten sind Japan, die USA als Gastgeber, Marokko und die Niederlande. Das erweiterte Format erhöht die Chancen für Überraschungen.

Welche Teams sind zum ersten Mal bei einer WM dabei?

Mehrere Teams feiern ihr WM-Debüt: Curaçao aus der Karibik, Usbekistan aus Zentralasien, Jordanien aus dem Nahen Osten und möglicherweise weitere. Diese Debütanten bereichern das Turnier kulturell, auch wenn ihre sportlichen Chancen begrenzt sind.