Argentinien WM 2026: Titelverteidiger mit Messi

Argentinische Fußball-Nationalmannschaft als Titelverteidiger bei der Weltmeisterschaft 2026

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Lusail, 18. Dezember 2022. Lionel Messi hebt den goldenen Pokal in den Nachthimmel von Katar, und eine Nation weint vor Glück. Nach 36 Jahren Warten, nach Diego Maradonas Vermächtnis, nach all den gescheiterten Versuchen hat Argentinien endlich wieder den Thron des Weltfußballs bestiegen. Jetzt, dreieinhalb Jahre später, kehrt die Albiceleste als Titelverteidiger zurück – mit einem 38-jährigen Messi, der seine letzte WM spielen wird, und einem Team, das seit jenem Dezemberabend 2022 nahezu unbesiegbar scheint. Für Österreich in Gruppe J bedeutet das: Der amtierende Weltmeister wartet.

Die Geschichte des argentinischen Fußballs ist eine Geschichte der Extreme. Höchste Höhen mit den WM-Titeln 1978 und 1986, tiefste Tiefen mit den Finalniederlagen 2014 gegen Deutschland und den vielen gescheiterten Versuchen dazwischen. Die Ära Messi war geprägt von Tragödien – vier verlorene Endspiele zwischen 2014 und 2016, Rücktritte, Tränen, Selbstzweifel. Der WM-Titel 2022 war nicht nur ein sportlicher Triumph, sondern die Erlösung einer ganzen Fußballnation. Diese emotionale Last, dieses kollektive Trauma hat sich in pures Gold verwandelt.

Als Weltmeister nach Nordamerika

Die Bilanz seit dem WM-Triumph ist beeindruckend. 28 Spiele, 22 Siege, 4 Unentschieden, nur 2 Niederlagen – und eine davon im bedeutungslosen Testspiel. Die Copa América 2024 in den USA gewann Argentinien souverän, mit einem 1:0-Finalsieg gegen Kolumbien, bei dem Messi verletzt zuschauen musste. Das Team bewies: Es funktioniert auch ohne den Kapitän, zumindest für 90 Minuten.

Trainer Lionel Scaloni hat etwas geschafft, woran seine Vorgänger scheiterten: Er hat Messi in ein Kollektiv eingebettet, anstatt das Team um ihn herum zu bauen. Die taktische Grundordnung – ein flexibles 4-3-3 oder 4-4-2 – erlaubt dem Superstar Freiheiten, ohne die Mannschaft zu destabilisieren. Wenn Messi einen schlechten Tag hat, übernehmen andere. Wenn er brilliert, wird das Team noch stärker. Diese Balance ist der Schlüssel zum Erfolg.

Die Qualifikation für die WM 2026 war Formsache. Als Weltmeister automatisch qualifiziert, nutzte Argentinien die südamerikanische Qualifikationsrunde zur Vorbereitung. 9 Siege aus 12 Spielen, nur 8 Gegentore, Tabellenführung vor Brasilien – die Zahlen sprechen für sich. Die Frage ist nicht, ob Argentinien die Gruppenphase übersteht, sondern wie weit der Weg ins Finale reicht.

Die psychologische Stärke unterscheidet dieses Team von früheren argentinischen Generationen. Bei der WM 2022 überstand die Mannschaft eine Auftaktniederlage gegen Saudi-Arabien, gewann dann fünf Spiele in Folge – darunter Nervenkrimi gegen die Niederlande im Elfmeterschießen und das legendäre Finale gegen Frankreich. Diese Erfahrung, unter maximalem Druck zu bestehen, ist unbezahlbar. Kein anderes Team bei der WM 2026 bringt diese mentale Härte mit.

Die Kontinuität im Trainerstab ist ein weiterer Vorteil. Scaloni arbeitet seit 2018 mit dieser Mannschaft, kennt jeden Spieler persönlich, versteht die Gruppendynamik. Seine ruhige Art wirkt deeskalierend in hitzigen Momenten, seine taktischen Anpassungen während der Spiele sind präzise. Anders als viele Nationaltrainer hat er keine Klubkarriere, die ihn ablenkt – sein voller Fokus gilt der Albiceleste.

Der Kader – mit oder ohne Messi?

Die zentrale Frage vor der WM 2026 lautet: Wie fit ist Lionel Messi? Der mittlerweile 38-Jährige hat in der MLS bei Inter Miami eine ruhigere Karrierephase eingeschlagen, aber die Belastung eines WM-Turniers ist etwas völlig anderes. Sieben Spiele in 30 Tagen, Temperaturen um 35 Grad, Gegner, die alles geben – das fordert auch den besten Spieler aller Zeiten.

Die MLS-Saison endet vor der WM, sodass Messi ohne die Doppelbelastung von Klub und Nationalteam anreisen wird. Das ist ein Vorteil gegenüber den europäischen Stars, die bis Mai oder Juni Ligasaison und Champions League spielen. Scaloni wird diese frische Form nutzen, aber gleichzeitig vorsichtig dosieren. Die Gruppenphase ist die Zeit zum Schonen, die K.O.-Runde die Zeit für volle Einsätze.

Scaloni wird Messi dosieren müssen. Volle 90 Minuten in jedem Spiel sind unrealistisch, insbesondere in der Gruppenphase. Gegen Jordanien und Algerien könnte der Kapitän auf der Bank beginnen oder früh ausgewechselt werden. Gegen Österreich – das stärkste Team nach Argentinien in Gruppe J – wird er wohl von Beginn an spielen. Die Frage ist, wie viel Magie noch in seinen Beinen steckt.

Die Offensive bietet auch ohne Messi in Topform genug Qualität. Julián Álvarez, der bei Atlético Madrid zum Weltklasse-Stürmer gereift ist, bringt Geschwindigkeit, Abschlussqualität und taktische Intelligenz. Lautaro Inter, Torschützenkönig der Serie A, ist der klassische Neuner mit Torriecher. Paulo Dybala und Ángel Di María – falls er nicht zurücktritt – können von den Flügeln Gefahr bringen. Die Offensive ist der stärkste Mannschaftsteil.

Alejandro Garnacho von Manchester United repräsentiert die neue Generation. Der 21-Jährige bringt Tempo, Dribbling und Torgefahr von der linken Seite. Bei der WM 2026 könnte er die Rolle übernehmen, die Di María bei früheren Turnieren spielte. Seine Unbekümmertheit und sein Selbstvertrauen sind ansteckend – genau das, was ein Team braucht, wenn die Routiniers müde werden.

Das Mittelfeld kontrolliert Spiele. Rodrigo De Paul ist der Kämpfer, der jeden Grashalm verteidigt. Enzo Fernández, der junge Star von Chelsea, hat sich seit der WM 2022 zum Weltklasse-Spielmacher entwickelt. Alexis Mac Allister bringt Premier-League-Erfahrung von Liverpool mit. Leandro Paredes kann als Backup einspringen, Giovani Lo Celso als kreative Option. Die Tiefe im Mittelfeld ist beeindruckend.

Die Defensive war bei der WM 2022 nicht der Glanzpunkt, aber Scaloni hat nachgebessert. Cristian Romero von Tottenham ist ein aggressiver Innenverteidiger mit modernem Spielstil. Lisandro Martínez bringt Erfahrung von Manchester United. Rechts verteidigt Nahuel Molina, links Nicolás Tagliafico oder Marcos Acuña. Im Tor steht Emiliano Martínez, der Elfmeter-Killer von Aston Villa, dessen Psychospiele legendär sind.

Die Kadertiefe ist beeindruckend. Auf praktisch jeder Position gibt es zwei oder drei Spieler von internationalem Niveau. Wenn Álvarez müde ist, kommt Lautaro. Wenn Fernández geschont wird, spielt Paredes. Diese Breite erlaubt Rotation ohne Qualitätsverlust – ein entscheidender Vorteil bei einem Turnier mit potenziell sieben Spielen in 30 Tagen. Scaloni muss keine B-Elf aufstellen, sondern wählt aus verschiedenen A-Elf-Optionen.

Das Durchschnittsalter des erwarteten Kaders liegt bei etwa 28 Jahren – die ideale Mischung aus Erfahrung und physischer Frische. Die Veteranen wie Messi, Di María und Otamendi bringen Turniererfahrung, die jüngeren Spieler wie Fernández, Álvarez und Garnacho den Hunger und die Energie. Diese generationenübergreifende Balance ist ein Markenzeichen von Scalonis Teambuilding und einer der Hauptgründe für Argentiniens anhaltenden Erfolg auf internationaler Bühne.

Die Stars der Albiceleste

Lionel Messi braucht keine Einführung. Acht Ballon d’Or, WM-Titel, Copa-América-Siege, über 800 Karrieretore – seine Statistiken sind nicht von dieser Welt. Bei seiner fünften und letzten WM will er den Titel verteidigen und sich als größter Fußballer aller Zeiten endgültig unsterblich machen. Die Frage ist nicht, ob er spielen wird, sondern wie effektiv er sein kann. Mit 38 Jahren ist er nicht mehr der Dribbler, der fünf Gegenspieler stehen lässt, aber sein Spielverständnis, seine Pässe und seine Standardsituationen sind zeitlos.

Julián Álvarez ist die Zukunft des argentinischen Sturms – und vielleicht schon die Gegenwart. Mit 26 Jahren hat er bei Atlético Madrid den Sprung zum Weltklasse-Stürmer geschafft. 28 Tore in der letzten Saison, dazu 12 Assists, zeigen seine Vielseitigkeit. Álvarez ist kein klassischer Neuner, sondern ein moderner Angreifer, der Räume findet, presst und Chancen kreiert. Bei der WM 2022 war er Messis wichtigster Partner – jetzt könnte er die Hauptrolle übernehmen, falls der Kapitän geschont wird oder einen schwachen Tag hat.

Enzo Fernández hat sich in drei Jahren vom Talent zum Weltstar entwickelt. Bei Chelsea ist er der teuerste Transfer der Klubgeschichte und rechtfertigt diese Investition mit dominanten Auftritten. Seine Passgenauigkeit liegt bei über 90 Prozent, seine Balleroberungen führen oft direkt zu Kontern. Im Mittelfeld ist er der Taktgeber, der das Tempo bestimmt und die Offensive einleitet. Mit 25 Jahren steht er vor seiner ersten WM als etablierter Star.

Emiliano Martínez polarisiert wie kein anderer Torhüter. Seine Psychospiele vor Elfmetern – die Tanzeinlagen, die Provokationen, die Verzögerungstaktiken – sind umstritten, aber effektiv. Bei der WM 2022 hielt er im Finale gegen Frankreich zwei Elfmeter und wurde zum Helden. Seine Reflexe sind erstklassig, sein Stellungsspiel solide, seine Ausstrahlung einschüchternd. Für Gegner ist es ein Alptraum, gegen ihn vom Punkt anzutreten.

Rodrigo De Paul ist der unterschätzte Motor des Teams. Der Mittelfeldspieler von Atlético Madrid macht die Drecksarbeit, die selten Schlagzeilen bringt: Balleroberungen, Zweikämpfe, Absicherung bei Kontern. Aber ohne ihn funktioniert Argentiniens Pressing nicht. De Paul läuft mehr als jeder andere Spieler, kämpft wie ein Löwe und ermöglicht den Kreativen die Freiheiten, die sie brauchen. Seine Freundschaft mit Messi, dokumentiert in unzähligen Social-Media-Posts, symbolisiert den Zusammenhalt der Mannschaft.

Cristian Romero bringt die Aggressivität, die moderne Innenverteidiger auszeichnet. Bei Tottenham hat er sich zum Führungsspieler entwickelt, seine Grätschen sind präzise und hart, sein Stellungsspiel intelligent. Bei der WM 2022 war er noch der Backup hinter Otamendi – jetzt ist er der unumstrittene Chef der Viererkette. Mit 28 Jahren steht er im besten Fußballeralter und könnte in diesem Turnier den Sprung in die absolute Weltklasse schaffen.

Gruppe J – Argentiniens Weg

Die Gruppenauslosung war gnädig zu Argentinien. Österreich, Algerien und Jordanien sind respektable Gegner, aber keiner sollte den Weltmeister ernsthaft gefährden. Das Ziel ist klar: Gruppensieger mit neun Punkten, dabei Kräfte für die K.O.-Runde schonen. Scaloni wird rotieren, experimentieren und seinen Spielern Selbstvertrauen für die entscheidenden Spiele geben.

Die Gruppe ist geografisch verteilt über verschiedene Spielorte in den USA. Das Auftaktspiel in Santa Clara (Kalifornien), dann Dallas (Texas), schließlich Kansas City (Missouri). Die Reisedistanzen sind erheblich, aber für ein Team mit Scalonis Logistik-Erfahrung kein Problem. Argentinien wird ein Basis-Camp einrichten und von dort aus operieren.

Das Auftaktspiel gegen Jordanien am 16. Juni im Levi’s Stadium sollte ein komfortabler Sieg werden. Die Jordanier haben sich sensationell qualifiziert, aber individuell fehlt die Klasse, um mit Argentinien mitzuhalten. Ein 3:0 oder 4:1 ist realistisch – genug, um Selbstvertrauen zu tanken, ohne alles zu geben. Scaloni könnte bereits hier rotieren und Spielern wie Garnacho oder Carboni Einsatzminuten geben.

Das Duell mit Österreich am 22. Juni im AT&T Stadium ist das interessanteste Gruppenspiel. Ralf Rangnicks Team ist organisiert, läuft viel und kann gegen Ball gefährlich werden. Aber: Gegen Messis Genie und Argentiniens Routine hat Österreich wenig entgegenzusetzen. Ein 2:0 oder 2:1 für die Albiceleste ist meine Erwartung – eng genug, um spannend zu sein, aber nie wirklich gefährdet.

Das letzte Gruppenspiel gegen Algerien am 27. Juni könnte zur Rotation genutzt werden, falls die Qualifikation bereits sicher ist. Scaloni wird Messi schonen, jüngere Spieler einsetzen und das Achtelfinale vorbereiten. Ein Unentschieden oder knapper Sieg mit der B-Elf wäre kein Problem. Die Priorität liegt auf der Erholung für die K.O.-Runde.

Die Gegner in der Gruppe haben unterschiedliche Stärken. Österreich bringt europäische Taktik und physische Intensität. Algerien hat technisch versierte Spieler aus europäischen Ligen, vor allem im Mittelfeld. Jordanien setzt auf Kampfgeist und Konter. Scaloni wird für jeden Gegner leicht angepasste Taktiken entwickeln – aber das Grundprinzip bleibt: Ballkontrolle, Geduld, individuelle Qualität in entscheidenden Momenten.

Das Duell mit Österreich

Für österreichische Fans ist das Spiel gegen Argentinien der Höhepunkt der Gruppenphase. Erstmals seit 2018 – einem Testspiel mit 0:1-Niederlage – treffen die Teams aufeinander. Die historische Bilanz ist eindeutig: Argentinien hat 4 Spiele gewonnen, Österreich keins, bei 2 Unentschieden. Die Kräfteverhältnisse haben sich nicht geändert.

Die Ausgangslage für Österreich ist klar: Ein Punktgewinn wäre eine Sensation, eine Niederlage keine Schande. Das AT&T Stadium in Dallas mit 80.000 Zuschauern wird mehrheitlich argentinische Fans beherbergen – die Diaspora in den USA ist groß, und Messis letzte WM lockt Fans aus aller Welt an. Österreich wird gegen eine Wand aus Blau und Weiß spielen.

Taktisch wird Rangnick auf seine Pressing-Stärken setzen müssen. Argentinien kontrolliert gerne den Ball, lässt den Gegner kommen und schlägt dann zu. Wenn Österreich hoch presst, entstehen Räume hinter der Abwehr – genau dort, wo Messi und Álvarez tödlich sind. Die Balance zwischen Mut und Vorsicht wird entscheidend sein.

Ein realistisches Szenario für Österreich: Kompakt verteidigen, auf Konter lauern, Standards nutzen. Ein Tor gegen Argentinien ist möglich – die Defensive der Albiceleste ist nicht unverwundbar. Aber drei Gegentreffer zu verhindern, wäre schon ein Erfolg. Ein 1:2 oder 0:2 als Ergebnis würde Österreich im Rennen um Platz zwei halten.

Die psychologische Komponente spielt auch eine Rolle. Österreich hat nichts zu verlieren, Argentinien den Druck des Favoriten. Wenn die Europäer einen guten Tag erwischen und ein oder zwei frühe Chancen haben, könnte Nervosität entstehen. Die WM 2022 hat gezeigt, dass auch Argentinien wackeln kann – frag die Saudis.

Die individuellen Duelle werden spannend. Kann Kevin Danso gegen Álvarez bestehen? Wie stoppt man Messi, wenn er in den Raum zwischen Mittelfeld und Abwehr dribbelt? Schaffen es Sabitzer und Baumgartner, gegen Fernández und De Paul das Mittelfeld zu kontrollieren? Diese Fragen werden das Spiel entscheiden.

Die Schlüsselmomente werden in den ersten 20 Minuten entstehen. Wenn Österreich gut beginnt, hoch presst und Argentinien unter Druck setzt, könnte Unsicherheit aufkommen. Wenn aber die Albiceleste früh in Führung geht, wird das Spiel zur Einbahnstraße. Rangnick weiß das und wird sein Team auf einen intensiven Start einstellen – die Frage ist, ob die Energie über 90 Minuten reicht.

Für Wettende bietet das Spiel interessante Optionen abseits des Endergebnisses. „Beide Teams treffen“ bei Quote 2,10 reflektiert die Erwartung, dass auch Österreich zum Torerfolg kommen kann. „Über 2,5 Tore“ bei 1,65 ist solide, wenn man an ein offenes Spiel glaubt. Und „Messi Torschütze oder Assistent“ bei 1,60 ist fast eine Gewissheit, wenn er 70+ Minuten spielt.

Quoten auf den Titelverteidiger

Die Buchmacher sehen Argentinien als einen der Top-Favoriten auf den WM-Titel. Mit einer Quote von etwa 6,50 liegt die Albiceleste hinter Spanien (5,50) und auf Augenhöhe mit England. Die implizite Wahrscheinlichkeit von 15 Prozent reflektiert sowohl die Qualität des Kaders als auch die Unsicherheiten um Messis Fitness.

Die Gruppensieger-Quote liegt bei 1,25 – der Markt erwartet keine Überraschungen. „Argentinien gewinnt alle Gruppenspiele“ wird mit 2,20 gehandelt, was realistisch erscheint, aber nicht garantiert ist. Die Rotation gegen Algerien könnte zu einem Unentschieden führen. „Argentinien bleibt ohne Gegentor in der Gruppenphase“ bei 7,00 ist spekulativ – die Defensive ist nicht wasserdicht.

Für Wettende interessant: „Argentinien erreicht das Halbfinale“ bei Quote 2,10 bietet guten Value, wenn man an die Turnierform glaubt. Der Weg durch die K.O.-Runde sollte machbar sein, zumindest bis zum Viertelfinale. Erst dort warten potenzielle Stolpersteine wie Brasilien oder Deutschland. „Argentinien erreicht das Finale“ bei 3,20 ist ambitionierter, aber bei einem Turnier mit dieser Mannschaft nicht unrealistisch.

Spieler-Wetten bieten weitere Optionen. Álvarez als Torschützenkönig bei Quote 12,00 ist spekulativ, aber nicht absurd – er wird viele Minuten bekommen und hat den Torriecher. Messi als Assist-König bei 8,00 reflektiert seine veränderte Rolle als Spielmacher statt Torjäger. Für die Gruppenspiele: „Argentinien Über 2,5 Tore pro Spiel“ bei durchschnittlich 1,70 ist solide.

Die Quoten auf Messis Leistungen sind emotional aufgeladen. „Messi erzielt mindestens 3 WM-Tore“ bei 2,50 ist realistisch, wenn er fit bleibt. „Messi wird MVP des Turniers“ bei 8,00 wäre die märchenhafte Krönung seiner Karriere – aber die Konkurrenz von jüngeren Stars ist groß. Dennoch: Wenn Argentinien den Titel holt, wird Messi der Held sein.

Meine Einschätzung für Argentinien

Argentinien gehört zu den drei oder vier Teams, die den Titel gewinnen können. Die Mischung aus Erfahrung (Messi, Di María, Otamendi), etablierten Stars (Fernández, Álvarez, Romero) und hungrigen Talenten ist nahezu perfekt. Scaloni hat bewiesen, dass er große Turniere gewinnen kann – etwas, das nur wenige Trainer von sich behaupten können.

Die Stärken überwiegen klar. Ein Weltklasse-Kader auf jeder Position, ein eingespieltes System, das seit Jahren funktioniert, ein Trainer, der das Vertrauen aller Spieler genießt, und die Erfahrung eines WM-Triumphes. Diese Kombination ist selten im internationalen Fußball und macht Argentinien zu einem der gefährlichsten Teams des Turniers. Dazu kommt die emotionale Komponente: Messis letzte WM wird jeden Spieler zusätzlich motivieren, alles für den Kapitän zu geben.

Die Schwächen sind überschaubar, aber nicht zu ignorieren. Die Defensive ist nicht unverwundbar, insbesondere gegen schnelle Konter über die Flügel. Die Abhängigkeit von Messi ist geringer als früher, aber immer noch vorhanden – ohne ihn fehlt die letzte Magie. Und die Frage der Fitness über ein langes Turnier in nordamerikanischer Hitze bleibt offen. Aber: Diese Schwächen haben bei der WM 2022 und der Copa América 2024 nicht zum Scheitern geführt.

Die taktische Flexibilität ist ein weiterer großer Pluspunkt dieser Mannschaft. Scaloni kann mit zwei Stürmern spielen oder mit einem, kann das Mittelfeld verstärken oder die Flügel betonen. Je nach Gegner passt er an, ohne die Grundprinzipien zu verlieren. Diese Anpassungsfähigkeit wird in der K.O.-Runde entscheidend sein, wo jeder Gegner andere Stärken hat.

Meine Prognose: Argentinien erreicht mindestens das Halbfinale, wahrscheinlich sogar das Finale. Die Titelverteidigung ist möglich, aber nicht wahrscheinlich – die Konkurrenz von Spanien und England ist stark, und Turniere über 39 Tage sind unberechenbar. Ein erneuter WM-Sieg wäre die Krönung für Messi und diese goldene Generation. Die Analyse des österreichischen Nationalteams zeigt, warum die Europäer gegen diesen Gegner als Außenseiter ins Spiel gehen.

Der wahrscheinlichste Ausscheidungspunkt liegt im Halbfinale oder Finale, wo starke Teams wie Spanien, England oder Frankreich warten. Diese Begegnungen sind 50:50-Spiele, in denen Tagesform und Glück entscheiden. Argentinien hat bei der WM 2022 bewiesen, dass es solche Spiele gewinnen kann – aber die Garantie gibt es nicht.

Für österreichische Fans bedeutet das Argentinien-Spiel vor allem eines: die einmalige Chance, Messi live zu erleben. Unabhängig vom Ergebnis wird dieser 22. Juni 2026 in Dallas ein historischer Moment. Der beste Spieler aller Zeiten, bei seiner letzten WM, gegen das österreichische Nationalteam. Solche Erinnerungen bleiben ein Leben lang – auch wenn das Ergebnis wahrscheinlich nicht das gewünschte sein wird.

Die WM 2026 wird für Argentinien auch ein emotionaler Abschied. Neben Messi werden vermutlich auch Di María, Otamendi und andere Veteranen ihre letzten internationalen Spiele bestreiten. Diese Generation hat alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt: WM 2022, Copa América 2021 und 2024, Finalissima 2022. Ein zweiter WM-Titel wäre der perfekte Abschluss – aber auch ein Halbfinale oder Finale wäre ein würdiger Abschied für diese historische Mannschaft, die den argentinischen Fußball wieder an die Weltspitze geführt hat.