Kroatien WM 2026: Kann die Überraschungsmannschaft nochmal zuschlagen?
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Finale 2018, Dritter 2022. Für ein Land mit nur vier Millionen Einwohnern ist Kroatiens WM-Erfolg der letzten Jahre absolut beispiellos in der modernen Fußballgeschichte. Die „Vatreni“ (die Feurigen) haben bei den letzten beiden Weltmeisterschaften Geschichte geschrieben und der ganzen Welt gezeigt, dass ein kleines Land die Fußballwelt dominieren kann, wenn Herz, Technik und Mentalität zusammenkommen. Aber die goldene Generation um Luka Modrić, Ivan Perišić und Marcelo Brozović ist gealtert. Die WM 2026 wird wahrscheinlich Modrićs letztes großes Turnier sein – und die emotionale Chance, seine legendäre Karriere mit einem weiteren unvergesslichen Erfolg zu krönen.
Luka Modrić ist mit 40 Jahren bei der WM 2026 einer der ältesten Feldspieler des gesamten Turniers. Der Ballon-d’Or-Gewinner von 2018 – der erste Spieler seit zehn Jahren, der Messi und Ronaldo den Preis wegschnappte – spielt immer noch bei Real Madrid auf höchstem Niveau, auch wenn seine Einsatzzeit reduziert wurde. Seine Übersicht, seine Passgenauigkeit und seine Führungsqualitäten sind im kroatischen Kader unersetzt – schlicht niemand kann seine zentrale Rolle übernehmen. Die bange Frage bleibt: Wie viele intensive Spiele kann sein Körper noch durchhalten?
Die Statistik spricht eindeutig für Kroatien: Seit 2018 hat das Team bei großen Turnieren nie wirklich enttäuscht. WM-Finale 2018 (2:4 gegen Frankreich in Moskau), EM 2020 Achtelfinale (gegen Spanien im epischen 3:5 nach Verlängerung), WM 2022 Dritter (mit Siegen gegen Brasilien und Marokko), EM 2024 Gruppenphase (knapp ausgeschieden nach Unentschieden gegen Italien in der Nachspielzeit). Diese bemerkenswerte Konstanz ist einzigartig für ein so kleines Land. Die WM 2026 soll die beeindruckende Serie fortsetzen.
Trainer Zlatko Dalić hat das Team seit November 2017 geformt und kennt jeden einzelnen Spieler persönlich. Seine taktische Philosophie – Disziplin ohne Ball, Kampfgeist bis zur letzten Sekunde und technische Qualität im Mittelfeld als Spielkontrolle – hat Kroatien zu einem der schwierigsten Gegner der Welt gemacht. Kein Team will gegen die Vatreni spielen, besonders nicht in der K.O.-Runde, wo ihre mentale Stärke und Nervenstärke zur vollen Geltung kommt.
Der kroatische Kader
Der Kader für die WM 2026 ist eine Mischung aus Veteranen der goldenen Generation und aufstrebenden Talenten, die bereit sind, die Last zu übernehmen. Das Durchschnittsalter ist hoch – eines der höchsten des Turniers – aber die Erfahrung aus zwei erfolgreichen Weltmeisterschaften ist unbezahlbar. Die zentrale Frage bleibt: Können die jungen Spieler die Last übernehmen, wenn die Alten in der Schlussphase der Spiele müde werden?
Im Tor steht Dominik Livaković von Fenerbahçe – einer der besten Elfmeterkiller der WM-Geschichte. Seine drei gehaltenen Elfmeter gegen Japan im Achtelfinale 2022 sind legendär und in Kroatien unvergessen. Mit 31 Jahren bei der WM ist er im besten Torwartalter, hat Turniererfahrung und strahlt Ruhe aus, die sich auf das ganze Team überträgt.
Die Abwehr hat mit Joško Gvardiol einen echten Star. Der Leipzig-Verteidiger, jetzt bei Manchester City, ist einer der besten Innenverteidiger der Welt – erst 24 Jahre alt und bereits mit zwei WM-Erfahrungen. Seine Zweikampfstärke, sein Spielaufbau und seine Kopfballgefahr bei Standards machen ihn zum kompletten Verteidiger. Neben ihm stehen Josip Šutalo (Ajax) oder Duje Ćaleta-Car als verlässliche Partner. Die Außenverteidiger Josip Stanisić und Borna Sosa bieten solide Optionen, auch wenn sie nicht zu den absoluten Topspielern gehören.
Das Mittelfeld ist Kroatiens absolutes Herzstück und der Grund für die Erfolge der letzten Jahre. Luka Modrić ist der Dirigent, der das Spiel kontrolliert und Tempo diktiert. Mateo Kovačić ist der perfekte Partner – dynamisch, technisch stark, laufstark. Dazu kommen Marcelo Brozović (falls fit), Lovro Majer von Wolfsburg und andere Talente. Die Tiefe im Mittelfeld ist beeindruckend – kaum ein Team der Welt hat so viele hochklassige Optionen auf dieser Position.
Die Offensive ist der Schwachpunkt im Vergleich zu den Top-Teams. Nach Ivan Perišićs schweren Verletzungen fehlt ein klarer Star auf den Außenpositionen. Andrej Kramarić bleibt die beste Option im Sturm – erfahren, torgefährlich, aber nicht auf dem Niveau der absoluten Topstürmer. Dazu kommen Bruno Petković und junge Talente wie Igor Matanović. Die Abhängigkeit vom Mittelfeld ist groß – die Tore müssen oft aus der zweiten Reihe kommen, was die Effizienz limitiert.
Die Führungsspieler der Vatreni
Luka Modrić ist mehr als nur ein Spieler – er ist das lebende Symbol des kroatischen Fußballs und eine Inspiration für das ganze Land. Mit 40 Jahren bei der WM 2026 wird er Geschichte schreiben als einer der ältesten Feldspieler, die je bei einer WM aufgelaufen sind. Seine Karriere bei Real Madrid (sechs Champions-League-Titel, zahlreiche La-Liga-Meisterschaften) und in der Nationalmannschaft (WM-Finale 2018, WM-Dritter 2022, Ballon d’Or 2018) ist legendär. Diese WM wird sein emotionaler Abschied sein – und ganz Kroatien will, dass er in Würde geht.
Joško Gvardiol ist die Zukunft des kroatischen Fußballs. Bei Manchester City unter Pep Guardiola hat er sich zum kompletten Verteidiger entwickelt – stark im Zweikampf, selbstbewusst am Ball mit beiden Füßen, gefährlich bei Standards und offensiven Vorstößen. Mit 24 Jahren bei der WM ist er bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen und die Führung zu teilen. Wenn Modrić abtritt, wird Gvardiol das neue Gesicht der Vatreni sein.
Mateo Kovačić ist der unterschätzte Star des kroatischen Mittelfelds. Bei Manchester City und vorher bei Chelsea hat er gezeigt, dass er auf höchstem Premier-League-Niveau bestehen kann. Sein elegantes Dribbling durch das Mittelfeld, sein präzises Passspiel und seine enorme Ausdauer sind beeindruckend. Neben Modrić bildet er eines der technisch besten Mittelfeldduos des gesamten Turniers.
Andrej Kramarić bringt die Torgefahr. Bei Hoffenheim in der Bundesliga hat der 34-Jährige jahrelang konstant getroffen. In der Nationalmannschaft ist er der wichtigste Torschütze und hat bei großen Turnieren geliefert. Seine Erfahrung und sein Instinkt im Strafraum sind wertvoll für ein Team, das oft aus dem Mittelfeld heraus spielen muss.
Kroatien in Gruppe L
Die Gruppenauslosung brachte Kroatien in Gruppe L mit England, Ghana und Panama. Eine schwierige Gruppe mit einem Top-Favoriten: England ist einer der absoluten Titelkandidaten mit einem Starensemble. Ghana hat afrikanische Qualität und Athletik, Panama ist der Außenseiter, aber als WM-erfahrenes Team nicht zu unterschätzen.
Das Auftaktspiel gegen Panama sollte ein Pflichtsieg werden. Die Mittelamerikaner sind auf WM-Niveau limitiert und werden defensiv spielen, um die Niederlage so gering wie möglich zu halten. Kroatien sollte 2:0 oder 3:0 gewinnen und selbstbewusst ins Turnier starten – aber die Vatreni müssen von Anfang an konzentriert sein, denn Überraschungen lauern immer.
Das England-Spiel ist der Härtetest und das Highlight der Gruppenphase. Die Three Lions haben eine der stärksten Mannschaften des Turniers mit Bellingham, Kane, Saka und Co. Kroatien hat aber Erfahrung gegen England – das legendäre WM-Halbfinale 2018 gewannen die Vatreni 2:1 nach Verlängerung mit Mandžukićs Siegtreffer. Diese Erinnerung gibt psychologischen Vorteil. Ein Unentschieden wäre ein gutes Ergebnis, eine knappe Niederlage (0:1, 1:2) ist ebenso möglich.
Gegen Ghana sollte Kroatien leichte Vorteile haben, auch wenn das Spiel kein Selbstläufer wird. Die Afrikaner sind physisch stark, schnell und athletisch, aber taktisch manchmal anfällig. Bei der WM 2022 verlor Ghana gegen Uruguay in einem dramatischen Spiel. Ein 2:1 oder 1:0 für Kroatien ist wahrscheinlich. Dieses Spiel könnte über das Weiterkommen als Zweiter entscheiden.
Der wahrscheinlichste Ausgang: Kroatien wird Gruppenzweiter hinter England und qualifiziert sich fürs Achtelfinale. Dort könnte ein Gegner aus Gruppe K (Portugal, Kolumbien) warten – machbar, aber anspruchsvoll.
Quoten auf Kroatien
Die Buchmacher sehen Kroatien bei einer Quote von etwa 30,00 auf den WM-Titel. Das reflektiert den großen Respekt vor den Leistungen der letzten beiden Weltmeisterschaften, aber auch die berechtigte Skepsis wegen des Alters der Schlüsselspieler und der schwierigen Gruppe.
Die Quotenentwicklung zeigt Stabilität. Nach der WM 2022 (Dritter) und der EM 2024 (Gruppenphase) blieb die Einschätzung ähnlich. Der Markt weiß: Kroatien ist gefährlich, aber nicht Favorit.
Die Gruppensieger-Quote liegt bei 3,50 – England ist klarer Favorit in Gruppe L. „Kroatien erreicht das Achtelfinale“ bei 1,50 ist realistisch und zeigt das Vertrauen in die K.O.-Runden-Qualität. „Kroatien erreicht das Viertelfinale“ bei 3,00 reflektiert die schwierige Gruppe und den möglichen starken Achtelfinalgegner.
Spieler-Wetten sind interessant: „Modrić spielt alle Gruppenspiele“ bei 1,60 ist ein Test seiner Fitness mit 40 Jahren. „Gvardiol trifft im Turnier“ bei 5,00 reflektiert seine Kopfballstärke bei Standards. „Kroatien gewinnt mindestens ein Elfmeterschießen“ bei 4,00 – wenn es soweit kommt, sind die Vatreni mit Livaković im Tor klare Favoriten.
Meine Einschätzung
Kroatien ist der ewige Underdog – und genau das ist ihre größte Stärke. Niemand erwartet den Titel von einem Land mit vier Millionen Einwohnern, aber jeder in der Fußballwelt respektiert sie. Modrić kann immer noch einzelne Spiele mit seiner Magie entscheiden, Gvardiol ist Weltklasse in der Defensive, und die Mentalität in K.O.-Spielen ist unübertroffen. Kein Team will gegen Kroatien im Elfmeterschießen antreten.
Die Stärken sind klar: Das beste Mittelfeld-Duo des Turniers (Modrić/Kovačić), eine solide Defensive um Gvardiol, ein Elfmeter-Spezialist im Tor und unglaubliche Turniererfahrung. Die Nervenstärke in entscheidenden Momenten ist legendär – von 2018 bis 2022 hat Kroatien kein einziges Elfmeterschießen verloren.
Die Schwächen sind ebenso offensichtlich: Das hohe Alter der Schlüsselspieler ist ein Risikofaktor – sieben Spiele in vier Wochen sind enorm belastend für 35-40-Jährige. Die fehlende Offensivkraft außerhalb des Mittelfelds limitiert die Torgefahr. Und die schwierige Gruppe mit England macht den Weg schwer.
Meine Prognose: Kroatien erreicht das Achtelfinale, möglicherweise das Viertelfinale. Ein Halbfinale wäre ein würdiger und emotionaler Abschied für Luka Modrić. Der Titel ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich – die Vatreni haben bei den letzten beiden WMs gezeigt, dass sie größere Teams schlagen können, wenn es darauf ankommt.
Die WM-Prognosen zeigen, dass Kroatien als gefährlicher Außenseiter gilt, den niemand unterschätzen sollte. Für österreichische Fans ist das Team besonders interessant: Der Nachbar im Süden spielt immer attraktiven, technisch hochwertigen Fußball, und Modrićs letztes großes Turnier wird emotional für alle Fans werden. Ein würdiger Abschied für eine der größten Fußball-Persönlichkeiten unserer Zeit wäre verdient.
